
Künstler:in
Leonardo García Alarcón
In nur wenigen Jahren ist der argentinische Dirigent, Cembalist und Komponist Leonardo García-Alarcón zu einer unverzichtbaren Persönlichkeit geworden, die von den bedeutendsten Musik- und Operninstitutionen gefragt ist, von der Opéra de Paris über das Teatro Colón in Buenos Aires bis zum Grand Théâtre de Genève. Zudem wurde er mit dem ICMA-Preis 2025 als Künstler des Jahres ausgezeichnet.
In nur wenigen Jahren ist der argentinische Dirigent, Cembalist und Komponist Leonardo García-Alarcón zu einer unverzichtbaren Persönlichkeit geworden, die von den bedeutendsten Musik- und Operninstitutionen gefragt ist, von der Opéra de Paris über das Teatro Colón in Buenos Aires bis zum Grand Théâtre de Genève. Zudem wurde er mit dem ICMA-Preis 2025 als Künstler des Jahres ausgezeichnet.
Nach seinem Klavierstudium in Argentinien zog Leonardo García-Alarcón 1997 nach Europa und trat in das Konservatorium von Genf in die Cembaloklasse von Christiane Jaccottet ein. Unter der Anleitung von Gabriel Garrido begann er seine Laufbahn als Barockmusiker. 2005 gründete er sein Ensemble Cappella Mediterranea, um das italienische, spanische und südamerikanische Barockrepertoire zu erforschen, das sich seither erheblich erweitert hat. Als Residenzkünstler beim Festival von Ambronay feierte er seine ersten grossen Erfolge, insbesondere mit der Wiederentdeckung des Oratoriums Il Diluvio universale von Michelangelo Falvetti im Jahr 2010. Im selben Jahr übernahm er die Leitung des Kammerchors Namur, der heute als eines der besten Barockvokalensembles gilt, und gründete 2014 das Millennium Orchestra, mit dem er sich vor allem den Werken Händels widmet.
Dem Dirigenten ist auch die Wiederentdeckung zahlreicher Opern Cavallis zu verdanken, darunter Eliogabalo 2016 an der Pariser Oper in der Inszenierung von Thomas Jolly, Il Giasone 2017 in Genf unter der Regie von Serena Sinigaglia sowie Erismena beim Festival von Aix-en-Provence 2017 in der Inszenierung von Jean Bellorini. 2017 war er Artist in Residence an der Opéra de Dijon. Dort dirigierte er 2018 El Prometeo von Antonio Draghi in einer Inszenierung von Gustavo Tambascio und Laurent Delvert, wobei er die Musik des verschollenen dritten Aktes neu komponierte, 2019 La Finta Pazza von Francesco Sacrati unter der Regie von Jean-Yves Ruf sowie Ende 2020 Il Palazzo Incantato von Luigi Rossi in einer Inszenierung von Fabrice Murgia.
Zum 350-jährigen Bestehen der Pariser Oper dirigierte er 2019 die triumphale Produktion von Jean-Philippe Rameaus Indes Galantes in der Regie von Clément Cogitore und der Choreografie von Bintou Dembélé.
2022 leitete er eine neue Produktion von Lullys berühmtem Atys in der Inszenierung und Choreografie von Angelin Preljocaj in Genf und Versailles. Im Juli desselben Jahres kehrte er mit grossem Erfolg zum Festival d’Aix-en-Provence zurück und dirigierte Monteverdis Krönung der Poppea in der Regie von Ted Huffman. Ebenfalls 2022 begann ein neues Kapitel seiner Laufbahn mit der Uraufführung seines Oratoriums Pasión Argentina, seiner ersten grossen zeitgenössischen Komposition, die er in Ambronay, Genf, Namur und Saint-Denis dirigierte.
Die letzten Jahre waren von grossen internationalen Erfolgen geprägt, darunter ein Monteverdi-Programm mit dem Titel The 7 Deadly Sins im Teatro Colón in Buenos Aires und bei den Berliner Philharmonikern im November 2023. Hinzu kamen neue Kooperationen mit Choreografen, etwa Mozarts Idomeneo, re di Creta im Februar 2024 am Grand Théâtre de Genève in der Inszenierung und Choreografie von Sidi Larbi Cherkaoui sowie Bachs Johannes-Passion in einer Choreografie von Sasha Waltz, aufgeführt 2024 bei den Osterfestspielen Salzburg, an der Opéra de Dijon und am Théâtre des Champs-Élysées. Im Juli wurde Leonardo García-Alarcón erneut zum Festival d’Aix-en-Provence eingeladen, um Monteverdis Il Ritorno d’Ulisse in Patria in der Regie von Pierre Audi zu dirigieren.
2025 arbeitete er erneut mit Bintou Dembélé für die internationale Tournee des choreografierten Konzerts Indes Galantes, de la voix des âmes zusammen, das in Paris, Madrid, Lyon, Bordeaux, beim Grange Festival im Vereinigten Königreich und in São Paulo aufgeführt wurde. Zudem gab er sein Debüt beim Bayreuth Baroque Festival mit Pompeo Magno von Francesco Cavalli in der Inszenierung von Max Emanuel Cencic, der auch die Titelrolle übernahm.
Als Dirigent und Cembalist wird er weltweit zu Festivals und in grosse Konzertsäle eingeladen. Er ist regelmässiger Gast bei Les Violons du Roy in Kanada, beim Orchestre Philharmonique de Radio France sowie beim Gulbenkian-Orchester. Im Dezember 2024 wurde er nach Brasilien eingeladen, um das Sinfonieorchester und den Chor des Bundesstaates São Paulo in Bachs h-Moll-Messe zu dirigieren, wofür er mit dem APCA-Preis 2024 für das beste Sinfoniekonzert ausgezeichnet wurde. Er teilt seine Zeit zwischen Frankreich, Belgien, seiner südamerikanischen Heimat und der Schweiz, deren Staatsbürgerschaft er erworben hat. Der Weitergabe seines Wissens misst er grosse Bedeutung bei und ist seit 2002 Professor für die Klasse Maestro al cembalo an der Haute École de Musique in Genf.
2026 kehrt er an das Grand Théâtre de Genève zurück mit einer Neuproduktion von Rameaus Castor et Pollux in der Regie und Choreografie von Edward Clug. Anschliessend dirigiert er an der Pariser Oper die Uraufführung einer Oper des 18. Jahrhunderts, Ercole Amante von Antonia Bembo, in der Inszenierung von Netia Jones.
Seine umfangreiche Diskografie wird von der Kritik einhellig gelobt. 2024 veröffentlichte er Amore Siciliano bei Alpha Classics, eine von ihm konzipierte kleine Tosca auf Grundlage populärer und gelehrter Musik des 17. und 18. Jahrhunderts in Italien. 2025 folgten La Jérusalem délivrée von Philippe d’Orléans sowie Atys von Jean-Baptiste Lully bei Château de Versailles Spectacles.
Leonardo García-Alarcón ist Ritter des Ordens der Künste und der Literatur.
Konzert
«Carmina Latina»
DI 08/09/2026 --- 20.00 Uhr --- Peterskirche Basel
CAPPELLA MEDITERRANEA
CHŒUR DE CHAMBRE DE NAMUR
LEANDRO GARCÍA ALARCÓN, Leitung
MARIANA FLORES, Sopran
LEANDRO MARZIOTTE, Countertenor
VALERIO CONTALDO, Tenor
MATTEO BELLOTTO, Bass
ALAIN CLAUDE SULZER, Lesung
Sakrale und weltliche Musik des barocken Südamerikas:
Leonardo García-Alarcóns musikalische Reise führt von der Polyphonie der iberischen Halbinsel zur sakralen Musik Lateinamerikas. Er stellt spanische und portugiesische Komponisten vor, die sich aufmachten, die Neue Welt zu erobern. Dort liessen sie sich von lokalen Traditionen inspirieren, um eine Form der geistlichen Musik zu schaffen, die zugleich fröhlich, tiefgründig und triumphierend ist.