Künstler:in

Cappella Mediterranea

In knapp zwanzig Jahren hat sich Cappella Mediterranea als eines der bedeutendsten Ensembles für Barock- und klassische Musik etabliert. Klangqualität, Engagement, Finesse und Farbenreichtum werden von Publikum wie Kritikern geschätzt und weltweit gefeiert.

In knapp zwanzig Jahren hat sich Cappella Mediterranea als eines der bedeutendsten Ensembles für Barock- und klassische Musik etabliert. Klangqualität, Engagement, Finesse und Farbenreichtum werden von Publikum wie Kritikern geschätzt und weltweit gefeiert.

Leonardo García-Alarcón gründete das Ensemble im Jahr 2005 mit dem Ziel, das gesamte Repertoire der lateinischen Welt zu pflegen. Vom Madrigal bis zur grossen Oper tritt Cappella Mediterranea je nach Werk in kleiner oder grosser Besetzung auf.

Ausgehend vom italienischen und spanischen Repertoire führte die vielfältige Neugier ihres Dirigenten das Ensemble auch zur Interpretation französischer, flämischer und germanischer Komponisten.

Während im intimen Madrigalrepertoire von Claudio Monteverdi, Barbara Strozzi, Sigismondo d’India oder Jacques Arcadelt Lautenisten, Gambisten oder Barockgeiger im Mittelpunkt stehen – versammelt um das Cembalo und die Orgel von Leonardo García-Alarcón –, war es vor allem die Entdeckung oder Wiederentdeckung eines umfangreicheren Repertoires, die den internationalen Ruf von Cappella Mediterranea begründete.

So machten die Wiederbelebungen von Michelangelo Falvettis Il Diluvio Universale und Nabucco beim Festival von Ambronay, gefolgt von Antonio Draghis El Prometeo, Francesco Sacratis La Finta Pazza und Luigi Rossis Il Palazzo Incantato an der Opéra de Dijon (mit weiteren Aufführungen in Nancy, Genf und an der Opéra Royal de Versailles), dem Publikum zuvor unveröffentlichte oder vergessene Werke und bedeutende Meilensteine der Operngeschichte zugänglich.

In diesem Repertoire beteiligen sich die Musiker von Cappella Mediterranea an Leonardo García-Alarcóns Forschung zu Fragen der Authentizität, Artikulation und musikalischen Verkörperung. Seine Faszination für alle Formen der Theatralität führte unter anderem zur Mitwirkung an Rameaus spektakulären Indes galantes, choreografiert von Bintou Dembélé und inszeniert von Clément Cogitore, ein Triumph an der Opéra Bastille 2019, sowie an einer Neuinterpretation von Lullys Atys, choreografiert und inszeniert von Angelin Preljocaj (Genf und Versailles 2022).

Diese Ausflüge in die französische Musik dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, was den Kern des Repertoires von Cappella Mediterranea bildet: Monteverdi – allen voran L’Orfeo, vielfach wiederaufgeführt und mit Valerio Contaldo in der Titelrolle aufgenommen – sowie L’Incoronazione di Poppea (Aix-en-Provence 2022, Wiederaufnahme in Versailles im Januar 2023). Ebenso bedeutend ist Francesco Cavalli: Das Ensemble wirkte mit bei Elena (Aix-en-Provence 2013), Eliogabalo (Paris 2016), Il Giasone (Genf 2017) und Erismena (Aix-en-Provence 2017).

Ein weiterer Schwerpunkt des Ensembles ist das geistliche Repertoire. Monteverdis Vespro della Beata Vergine, Bachs h-Moll-Messe und die Matthäus-Passion bleiben als besonders intensive musikalische Momente in Erinnerung – nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit dem Kammerchor Namur, dessen künstlerischer Leiter Leonardo García-Alarcón seit 2010 ist.

In jüngerer Zeit öffnete sich das Ensemble auch dem zeitgenössischen Repertoire mit Leonardo García-Alarcóns erster grosser Komposition: dem Oratorium Pasión Argentina, einem kraftvollen und sehr persönlichen Werk, das 2022 in Ambronay und Genf sowie 2023 in Namur und Saint-Denis begeistert aufgenommen wurde. Im selben Jahr setzte das Ensemble seine Erforschung wenig bekannter Werke und Komponisten fort – mit der Uraufführung von Il Dono della vita eterna, einem Oratorium von Antonio Draghi, sowie von La Jérusalem délivrée, einer Oper von Philippe d’Orléans in Zusammenarbeit mit dem Centre de Musique Baroque de Versailles.

2024 arbeitet Cappella Mediterranea erneut mit Tänzern und Choreografen zusammen: mit Mozarts Idomeneo, Re di Creta am Grand Théâtre de Genève, inszeniert und choreografiert von Sidi Larbi Cherkaoui, sowie mit Bachs Johannes-Passion in einer Tanzfassung der deutschen Choreografin Sasha Waltz, ein Triumph bei den Osterfestspielen Salzburg, an der Opéra de Dijon und am Théâtre des Champs-Élysées. Diese enge Verbindung zwischen Musik und Tanz setzt sich 2025 fort mit dem choreografischen Konzert Indes galantes – de la voix des âmes, einem neuen Projekt auf Grundlage von Rameaus Oper mit Bintou Dembélé, ihrer Compagnie Rualité und dem Kammerchor Namur.

Die Diskografie von Cappella Mediterranea umfasst über 30 von der Kritik hochgelobte Einspielungen bei Ambronay Éditions, Naïve, Ricercar und Alpha Classics. 2021 erschienen Monteverdis L’Orfeo sowie Sigismondo d’Indias Lamenti & Sospiri mit Mariana Flores und Julie Roset; 2022 folgte Sacratis La Finta Pazza mit Mariana Flores, eine Weltersteinspielung. 2024 veröffentlichte Cappella Mediterranea Amore Siciliano (Alpha), eine „kleine Tosca“ auf Grundlage italienischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. 2025 erscheinen La Jérusalem délivrée von Philippe d’Orléans sowie Lullys Atys (Château de Versailles Spectacles).

Konzert

«Carmina Latina»

DI 08/09/2026 --- 20.00 Uhr --- Peterskirche Basel

CAPPELLA MEDITERRANEA

CHŒUR DE CHAMBRE DE NAMUR

LEANDRO GARCÍA ALARCÓN, Leitung

MARIANA FLORES, Sopran

LEANDRO MARZIOTTE, Countertenor

VALERIO CONTALDO, Tenor

MATTEO BELLOTTO, Bass

ALAIN CLAUDE SULZER, Lesung

Sakrale und weltliche Musik des barocken Südamerikas:  

Leonardo García-Alarcóns musikalische Reise führt von der Polyphonie der iberischen Halbinsel zur sakralen Musik Lateinamerikas. Er stellt spanische und portugiesische Komponisten vor, die sich aufmachten, die Neue Welt zu erobern. Dort liessen sie sich von lokalen Traditionen inspirieren, um eine Form der geistlichen Musik zu schaffen, die zugleich fröhlich, tiefgründig und triumphierend ist.

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